3 Gründe, warum du nicht anfängst - Was liegt hinter der Prokrastination?

17. März 2022
5 Min. Lesezeit

Im letzten Beitrag habe ich dir erklärt, was Prokrastination, oder auch Aufschieberitis, ist und bereits
4 Tipps mit dir geteilt, wie du leichter in die Umsetzung kommst.
Hier nochmal als kleine Wiederholung:
Zuallererst: Prokrastination hat nichts mit Pastinaken zu tun (today I am lil* funny though).
Prokrastination =
Heute möchte ich mit dir etwas tiefer graben und herausfinden, warum du möglicherweise nicht anfängst, warum du Dinge vor dir herschiebst.
Denn nur wenn du die Wurzel deines Aufschiebens erkennst und verstehst, kannst du auch wirklich nachhaltig daran arbeiten, dass du leichter den Weg in die Umsetzung findest. Ich bin kein Fan von oberflächlichen Quick-Fixes, die eine Woche lang wirken und man sich dann wieder in den alten Mustern wiederfindet. Daher ist es wichtig unter die Oberfläche zu schauen.
Ja, wir tendieren dazu uns es schön zu reden, wenn wir wieder einmal nicht das getan haben, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Ja, wir finden zu 100% immer eine Ausrede oder sogar einen "Schuldigen" dafür. Doch bringt uns das mit Sicherheit nicht voran.
Auch wenn es manchmal unangenehm sein kann genauer hinzuschauen, findest du in dem Prozess immer mehr Leichtigkeit und letztlich kommst du nach und nach deinen Zielen und Wünschen näher. Du selbst es hast in der Hand.
Lass uns also genauer betrachten, was möglicherweise hinter deiner Prokrastination liegt.
Hast du deine Schaufel parat? Perfekt, let's dig into it.
3 mögliche Gründe, warum du nicht anfängst
1. Angst zu Versagen
Besonders wenn du dich Aufgaben gegenüber siehst, die du so noch nicht hattest, oder du bestimmte Dinge tun müsstest, um deine Idee auf die Erde zu holen, kann sie ein wichtiger Grund sein, warum du nicht anfängst: Die Angst zu Versagen.
Diese Versagensangst entwickelt sich erst mit der Zeit in uns, Als Kinder kennen wir diese Angstform noch nicht wirklich. Erst mit der Zeit machen wir uns immer mehr abhängig von der Meinung anderer, wir wollen dazugehören und anerkannt werden.
Eine weitere Form der Versagensangst ist Leistungsangst. Diese tritt vor allem in Prüfungssituationen auf, aber auch wenn man sich bestimmten Aufgaben und Projekten gegenüber steht.
Die Angst Fehler zu machen kann sich bereits in der Kindheit entwickeln, will man doch als Kind im Familienverband dazugehören und die Eltern glücklich machen.
Die Angst vor Fehlern kann entweder zu Perfektionismus führen, mit dem "Zwang" alles perfekt machen zu müssen.
Oder sie führt zu einer Art Vermeidungsverhalten. Man fängt erst gar nicht an.
Du kannst dich fragen, wie du selbst Fehler bewertest.
Erkennst du Fehler als Teil deiner Entwicklung an? Hinfallen, Aufstehen, Weitergehen? Oder hemmt dich der Gedanke einen Fehler zu begehen?
Versagensängste beginnen immer im Kopf und können hier auch überwunden werden.
2. Mangel an Selbstwirksamkeit & Selbstvertrauen
Stell dir vor, du nimmst dir heute Abend vor morgen Früh laufen zu gehen (wenn du Joggen nicht magst, dann setze hier _______ deine präferierte Sportart ein).
Stelle dir nun folgende 2 Szenarien vor:
Fall 1: Der nächste Morgen kommt, dein Wecker hat geklingelt, du denkst dir "Ach naja, morgen kann ich auch noch joggen gehen" (hier_____ist wieder Platz für deine Sportart), und bleibst im Bett liegen.
Wie fühlst du dich hierbei?
Fall 2: Der nächste Morgen kommt, dein Wecker hat geklingelt, du stehst auf, gehst Zähne putzen, ziehst deine Laufsachen (bzw. die Sachen für deine Sportart) an, trinkst noch ein Schluck Wasser und läufst los.
Wie fühlst du dich hier?
Je mehr du das tust, was du dir vornimmst, umso mehr trägt deine Selbstwirksamkeit Früchte davon. Damit stärkst du auch immer mehr das Vertrauen in dich selbst.
Wenn du dir jedoch abends sagst, dass du am nächsten Tag gleich in der Früh laufen gehen wirst und dies nicht machst... und am nächsten Tag wieder nicht... und am darauf folgenden Tag auch wieder nicht usw.... verlierst du immer mehr das Vertrauen in dich. Wenn du dir dann wieder einmal den Plan aufstellst direkt nach dem Aufstehen joggen zu gehen, spürst du bereits schon, dass du eher halbherzig hinter dem Plan stehst. Denn irgendwie befürchtest du, dass du es eh wieder nicht machen wirst.
Dieses Beispiel lässt sich auf viele Situationen in deinem Leben übertragen. Vielleicht hast du eine coole Idee, erzählst deiner Freundin freudig erregt davon und schmiedest schon den ein oder anderen Plan. Beim nach Hause gehen verfliegt jedoch die anfängliche Euphorie etwas, weil du dir nicht sicher bist, ob du überhaupt anfangen wirst. Zu oft hast du Versprechen, die du dir gegeben hast, nicht gehalten oder hast sie nicht umgesetzt. Dir mangelt es an Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten.
Machst du jedoch das, was du dir vornimmst, stärkt dies das Vertrauen in dich. Du kannst dich auf dich verlassen.
Ich meine nicht, dass du deine ganze To-Do-Liste von oben bis unten abarbeiten sollst. No!
Ich meine, dass du die Punkte umsetzt, die vielleicht im ersten Moment etwas herausfordernd erscheinen. Die Dinge, die man gerne mal auf die längere Bank schiebt, weil sie unbequem sind. Die Aufgaben, die dich in deinem persönlichen Wachstum fördern.

3. Selbstzweifel
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es manchmal gar nicht so leicht ist überhaupt loszugehen. Zu laut sind die eigenen Zweifel, ob man der Aufgabe gewachsen ist, ob man überhaupt die nötigen Skills und Ressourcen besitzt und ob man mit anderen mithalten kann.
Du bekommst eine Aufgabe gestellt, du hast eine tolle Idee, die dich zuerst mit Freude erfüllt, doch kurz danach wird schon der innere Zweifler laut. "Kann ich das überhaupt?", "Andere können es bestimmt besser als ich." Auch der weitverbreitete Glaubenssatz "Ich bin nicht gut genug." kann sich hier in dieser oder ähnlicher Form seinen Weg suchen, um dich davon abzuhalten anzufangen.
Die Gedanken über dich und deine Fähigkeiten sind weniger förderlich. Sie hemmen dich in die Umsetzung zu kommen. Deine Selbstzweifel fördern Gefühle wie Unsicherheit und Angst und diese halten dich da, wo du bist. Im Schutz deiner Komfortzone.
Je mehr Dinge du machst, die du dir versprichst zu tun, um so mehr stärkst du das Vertrauen in dich. Umso mehr du an dich glaubst, umso eher kommst du in die Umsetzung.
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. - Lucius Annaeus Seneca
-10.png)

