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"Um-Hilfe-bitten" als ein Akt der Selbstfürsorge: So gelingt es dir leichter


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"Ich muss es alleine machen.", "Wer um Hilfe bittet, ist schwach.", "Was denken andere über mich, wenn ich es nicht alleine kann?", "Wie frage ich jemanden überhaupt danach, mir zu helfen?"

So oder so ähnliche Gedanken können dich dazu bringen, nicht um Hilfe zu bitten. Dabei kann das "Um-Hilfe-bitten" die Beziehung zu der anderen Person stärken und du wirst sogar als sympathischer wahrgenommen, wenn jemand dir einen Gefallen tun kann. Außerdem ist dies ein wichtiger Akt deiner Selbstfürsorge, in dem du dich und deine Bedürfnisse wichtig nimmst.

Doch warum fällt es manchmal so schwer um Hilfe zu bitten? Egal ob im Job oder im Privatleben, manchmal fühlt man sich echt gehemmt, mit dem eigenen Thema auf andere zuzugehen.

Mir ging es sehr lange so. Vor allem, weil ich mich von niemanden abhängig machen wollte und weil ich mich als introvertierte Person eh oft als "schwächer" angesehen hatte und durch mein Fragen nicht noch schwächer rüber kommen wollte (Bullshit, I know). Bis ich anfing, mich darin zu üben.


Also, wie kann es dir leichter gelingen um Hilfe zu bitte und wie kannst du dabei gleichzeitig deine Selbstfürsorge stärken?



Darauf kannst du dich in diesem Artikel freuen:










Warum es manchmal so schwer fällt um Hilfe zu bitten



Wunsch nach sozialer Anerkennung


Auch wenn es mittlerweile immer mehr Content dazu gibt, dass Leistung nicht alles ist, bekommt man dennoch vor allem. in den sozialen Medien oft den Eindruck vermittelt, dass andere es leichter, sie keinerlei Schwächen haben und ihr Leben makellos ist.

Diese Perfektion lässt keinen Raum für Hilfsbedürftigkeit. Und dadurch steigt der eh schon vorhandene Leistungsdruck. Denn man möchte ja mit den anderen mithalten können, als nicht "schwächer" wahrgenommen werden.

Der Wunsch nach sozialer Anerkennung kann dich hemmen, dass du "Unsicherheit" und "Schwächen" zeigst. Einzugestehen, dass du Hilfe benötigst, ist unvorstellbar. Zuzugeben, dass du an einem bestimmten Punkt nicht alleine weiter kommst, kann manchmal vielleicht sogar Angst schüren.

(Ich sage es meinen Klientinnen, und auch mir, immer wieder: Wir sehen nur das von einer anderen Person, was diese bereit ist mit uns zu teilen. Das, was wir von ihr sehen, ist immer nur ein Bruchteil ihres Lebens. Das was wir in den sozialen Medien sehen, entsprich eben nicht der Realität. Doch das vergisst man gerne mal.)


Das Risiko erscheint zu hoch


Vielleicht hast du in der Vergangenheit eine negative Erfahrung gemacht, als du jemanden um Hilfe gebeten hast. Vielleicht hast du ein harsches Nein bekommen oder eine andere hemmende Reaktion. Dadurch hast du eventuell Angst zurückgewiesen oder ausgelacht zu werden.

Um dich vor dieser "Gefahr" zu schützen, fragst du dann vielleicht erst gar nicht.

Vielleicht möchtest du dich auch nicht abhängig von anderen machen und handelst dann getreu nach dem Glaubenssatz "Ich muss es alleine schaffen". So stellst du für dich sicher, dass du nicht in der "Schuld" von jemand anderen stehst.




Weshalb um Hilfe zu fragen eine Stärke und ein Akt der Selbstfürsorge ist



Jedoch kann ich dich beruhigen: Um Hilfe zu fragen ist keine Schwäche.
Schreibe dir das gerne irgendwo sichtbar auf oder lass es zu deiner Affirmation werden, wann immer du sie benötigst.

Im Gegenteil, jemanden um Hilfe zu bitten erfordert Mut. Denn du zeigst dich verletzlich. Du gestehst dir und jemand anderen ein, dass du Hilfe benötigst und dass du bereit bist, Hilfe anzunehmen. Wie weiter oben schon beschrieben ist das etwas, was vielen Menschen sehr schwer fällt. Mit deiner Herausforderung zu einer bestimmten Person zu gehen und sie um einen Gefallen, um Hilfe oder um einen Rat zu bitten, erfordert innere Stärke. Und genau diese wird gefördert, wenn du andere bittest dir zu helfen. Es ist eine absolute Stärke sich mitzuteilen und sich einzugestehen, dass man alleine nicht weiter kommt.

Es ist ein Akt der Selbstfürsorge, wenn du andere um Hilfe bittest, da es bedeutet, dass du dich um dich kümmerst:

- Du erkennst deine Grenzen, nimmst sie an und suchst nach Unterstützung.

- Du verlangst von dir nicht funktionieren zu müssen, sondern gestehst dir ein, auf deine Bedürfnisse
zu hören.

- Du suchst hierdurch einen Weg deine Energie und Ressourcen zu schützen und achtest darauf, wie es dir geht.

- Du nimmst dich wichtig und erlaubst dir daher nach Hilfe zu fragen und diese anzunehmen.


Ich bin mir wichtig und erlaube mir um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen. - Jeanette Klinger



Welchen Einfluss dein "Um-Hilfe-bitten" auf deine Beziehungen haben kann



Die Hemmungen jemanden um einen Gefallen zu bitten sind oft in der Vergangenheit entstanden und werden durch Ängste geschürt. Sozial anerkannt zu sein ist ein weit verbreiteter, tiefer Wunsch. Jedoch passiert oft etwas ganz anderes, wenn du jemanden um Hilfe bittest, als du dir vorher in sämtlichen Worst-Case-Szenarien ausgemalt hast.


Menschen helfen gerne Menschen


Man vergisst zu gerne, dass Menschen gerne helfen. Es ist evolutionär in uns angelegt, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Wenn du jemanden um Hilfe bittest, kannst du dir sicher sein, dass sie/er mit großer Wahrscheinlichkeit deiner Bitte nachkommen wird. Denn wenn man jemand anderen hilft, wird das Belohnungssystem im Gehirn aktiv und Glückshormone frei gesetzt.


Die Beziehung wird gestärkt


Wenn du eine andere Person um Hilfe bittest, ist das ein Zeichen deiner Wertschätzung und des Vertrauens ihr gegenüber. Indem du dich öffnest wird eure Beziehung gestärkt. Es macht dich nahbarer, wenn du dich verletzlich zeigst. Das animiert die andere Person auch mehr von sich Preis zu geben. Das schafft eine tiefere Verbindung zwischen euch.


Man wird sympathischer


Wenn dir jemand einen Gefallen tun kann, dann erscheinst du für diese Person selbstsicher und sympathisch(er). Dieses Phänomen nennt man auch Benjamin-Franklin Effekt.

Dieser Effekt besagt, dass du von anderen Personen als sympathisch(er) wahrgenommen wirst, wenn diese dir einen Gefallen tun können/einen Gefallen getan haben.

Das Gehirn hat abgespeichert, dass man an sich ja nur jemanden einen Gefallen tut, den man mag. Daher schlussfolgert es, dass du sympathisch bist, sonst hätte man dir ja nicht geholfen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person dir noch einmal einen Gefallen tun wird, nachdem sie dir bereits einen getan hat, sehr hoch.



Weitere Vorteile des "Um-Hilfe-bitten"



Du sparst Zeit und Energie


Wenn du jemand anderen um Hilfe bittest, sparst du es dir, dich selbst mit dem Thema herumzuschlagen und kannst die gewonnene Zeit für etwas anderes nutzen (mehr Me-Time, ein anderes Projekt etc.).

Ich fuchse mich super gerne in Themen rein, doch nicht immer geht das zeitlich so auf, wie ich mir das vorstelle. Und manchmal ist es für mich und meine Zeit dann sinnvoller jemanden zu fragen, der die nötigen Skills oder Ressourcen besitzt.

Du sparst dir außerdem Energie ein. Denn wieviele Nerven kostet es dich manchmal, wenn du etwas machst, was du vorher noch nicht gemacht hast. Klar, hat man hier die Möglichkeit etwas Neues zu lernen, jedoch muss man auch nicht alles können. Setze deine Energie da ein, wo sie am sinnvollsten wirken kann und frage für dein Problem jemanden um Hilfe.


Du übst dich im Loslassen


Etwas, was ich immer wieder erlebe, wenn ich jemanden um einen Gefallen bitte, ist, dass ich dass Gefühl habe, ein Stück meiner Kontrolle loszulassen.

Ich weiß noch wie anstrengend es für mich gewesen ist, als ich als Führungskraft Aufgaben delegieren sollte. Viel zu groß war irgendwie der Wunsch es selber zu machen und zu wissen was und wie es gemacht wird. Doch mit der Zeit gab ich immer mehr Aufgaben ab und sah, dass meine Mitarbeiter diese prima lösten und auch ohne mich klar kamen. Ich fühlte mich befreiter.

Und dieses Gefühl des Loslassen durfte auch in mein Privatleben einziehen, indem ich hier meine Mitmenschen aktiv um Hilfe bat und immer noch bitte.

Wenn du jemanden um Hilfe bittest, schenkst du der Person vertrauen und gibst die Kontrolle ab. Du lässt deine Aufgabe los und vertraust darauf, dass die Person diese nach besten Wissen und Gewissen angehen wird.

Dadurch fühlst du dich leichter und freier, da du diese Herausforderung abgibst. Du lässt sie los.


Du schaffst Raum für neue Möglichkeiten


Wenn du aktiv um Hilfe bittest, schaffst du Raum für neue ungeahnte Möglichkeiten:

- Du kannst von jemanden etwas bestimmtes lernen, was dir hilft die Aufgabe beim nächsten Mal
sicherer anzugehen.

- Durch den Austausch mit der anderen Person ergeben sich neue Anknüpfungspunkte (weitere
Projekte, ein interessantes Gespräch etc.).

- Du stärkst deinen Selbstwert, da du deine Stärken und Schwächen kennst und bewusst annimmst.



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In a hurry? Dann speichere dir den Beitrag gerne für später ab.



4 Tipps wie du leichter um Hilfe bitten kannst



Nun habe ich dir einiges an Hintergrund-Informationen gegeben und das Thema etwas nahbarer für dich gemacht. Doch theoretisches Wissen ist schön und gut. Was dich jedoch wirklich weiter bringt, ist in die Umsetzung zu kommen.

Ziel ist es ja, dass dir das "Um-Hilfe-bitten" leichter fällt und du damit eventuell verbundene Unsicherheit überwinden kannst.

Daher habe ich 4 Tipps, die du leicht anwenden und in deinem Alltag integrieren kannst.


Sei achtsam


Als introvertierte Person ist man bekanntlich gerne im Kopf und wenn man auch noch schüchtern ist, tendiert man gerne dazu, sich auszumalen, was passieren kann, wenn man jemanden um XY bittet.

Erwischt du dich dabei, wie du dir wieder alles mögliche an Ausgängen ausmalst? Fühlst du vielleicht sogar eine Angst in dir aufsteigen?

Du kannst nur Angst vor etwas bekommen, wenn du mit deinen Gedanken in der Zukunft bist. Daher beobachte deine Gedanken achtsam. Dann atme ganz bewusst ein und wieder aus. Konzentriere dich auf deine Atmung. Die Verbindung mit deinem Atem ist die leichteste Methode, um im Hier und Jetzt anzukommen.

Bist du Hier? Prima, dann geh nun los und frage die Person, ob sie dir helfen kann.


Fange klein an


Wichtig ist, dass du eine Routine darin bekommst, Menschen um Hilfe zu fragen.
Daher fange klein an:

- Frage jemanden um Hilfe, auch wenn du eigentlich keine Hilfe brauchst oder bei etwas, das dir
nicht so wichtig ist. Wenn du z.B. in einem Drogeriemarkt bist, dann frage eine Verkäuferin in welchem Regal du das Haarshampoo findest. Oder frage eine Kollegin, ob sie dir etwas vom Bäcker mitbringt

- Frage Menschen, denen du vertraust und die du eh schon um Rat oder Hilfe bittest.

- Gib Aufgaben ab, die du auch alleine erledigen könntest (z.B. an Familienmitglieder).

- Frage jemanden nach einem Feedback zu einer deiner Ideen.

Je öfter du es machst, um so sicherer wirst du dabei. Du trainierst sozusagen deinen "Um-Hilfe-bitten"-Muskel.


Hinterfrage dein Mindset


Für manche Menschen stellt es eine Form des Scheiterns dar, wenn sie jemanden um Hilfe bitten "müssen". Ihre Haltung gegenüber das Fragen ist eher hemmend und sie beurteilen es als Schwäche. Sie wollen es sich beweisen, dass sie es alleine können, setzen sich so unter Druck und wenn sie sich dann doch eingestehen müssen, dass sie hier nicht weiter kommen, dann denken sie, dass sie versagt haben.

Frage dich gerne einmal, wie du darüber denkst, wenn du jemanden um Hilfe bittest:

Wie beurteilst du es, wenn jemand anderes dich um Hilfe bittet?
Wie beurteilst du dein eigenes "Um-Hilfe-bitten"?

(Journal die Fragen gerne mal aus.)

Die Art und Weise wie du hierüber denkst, kann ein guter Hebel sein, um es dir leichter zu machen, jemanden um Hilfe zu bitten.


Entkopple ein NEIN von deiner Person


Mache dir bewusst, dass wenn die gefragte Person Nein sagt, das mit großer Wahrscheinlichkeit nichts mit dir zu tun hat.

Vielleicht steht dir die Angst vor Zurückweisung im Weg, dass du andere um Hilfe bittest. Du hast Angst davor ein NEIN zu kassieren und koppelst dieses NEIN an dich als Person.

Wenn jemand also dir einen Gefallen nicht gewährt, dann frage diese Person doch einfach nach dem WARUM. Die Antwort kann alles mögliche sein, doch sicherlich nicht, dass sie dich nicht mag oder ähnliches.

Anzunehmen ist, dass die gefragte Person eher ein schlechtes Gewissen haben wird, dass sie dir nicht helfen kann. Denn wie weiter oben schon beschrieben, Menschen helfen gerne Menschen.



 


Ich weiß, als introvertierte Person ist dieses Zugehen auf jemand anderen manchmal sehr herausfordernd. Ich kenne das auch nur zu gut. Ich habe für mich jedoch festgestellt, dass es sehr viele Vorteile hat, wenn ich mit meinen Themen auf meine Mitmenschen zugehe.

Was mir am Anfang auch gut hierbei geholfen hat war, mir vorzustellen wie ich reagiere, wenn meine beste Freundin mich um einen Gefallen bittet. Weder verurteile ich sie dafür, noch denke ich, dass sie schwach ist. Im Gegenteil, ich freue mich darüber, dass sie mir diese Aufgabe anvertraut.

Wie alles im Leben ist auch das "Um-Hilfe-bitten" eine Übungssache.
Habe daher Geduld mit dir und verurteile dich nicht, wenn es mal nicht so klappt.


Teile gerne deine Erfahrungen mit mir: Wann fällt es dir besonders schwer um Hilfe zu bitten? Fällt es dir leicht um Hilfe zu bitten? Hast du einen weiteren Tipp, der es dir leichter macht, jemanden um einen Gefallen zu bitten? Teile es gerne in den Kommentaren.




Wünscht du dir noch mehr Support von mir? Dann zögere nicht und schreibe mir gerne eine Nachricht. Wir besprechen dann gemeinsam, wie ich dir weiterhelfen kann.


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Jeanette Klinger Selbstliebe Life Coaching Selbstwert introvertierte Frauen Selbstvertrauen gewinnen

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